Jahrestagung 2017

Seminarzentrum FELBERTAL
31.03 bis 02.04.2017

Für die jahrelange und grosszüzige Unterstützung möchte sich der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie beim Unternehmen LOHMANN & RAUSCHER herzlich bedanken!


Von 31. März bis zum 02. April 2017 veranstaltete die Österreichische Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie ihre Jahreshauptversammlung und ihre Jahrestagung 2017 mit dem Motto „Höhen- und Alpinmedizin im Winter“ im Seminarzentrum FELBERTAL des ÖBH.

Zur Jahreshauptversammlung 2017 konnten zahlreiche in- und ausländische Mitglieder begrüßt werden. Eine gute Durchmischung von Berufs- und Milizsanitätssoldaten konnte beobachtet werden. Nach der speziellen Begrüßung der Präsidenten der ausländischen Schwestergesellschaften, für die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie Generaloberstabsarzt a.D. Dr. BLÄTZINGER – der neue Präsident der DGWMP - und für die Schweizer Gesellschaft der Offiziere im Sanitätsdienst Oberst Dr. LANDOLT, sowie vieler neuer Mitglieder und des ehrenschutzgewährenden Vorstandsmitgliedes der ÖGWMPh Salzburg Dr. SCHNELL wurde die durch den Vorstand vorgelegte Tagesordnung durch die JHV 2017 genehmigt. Der verstorbenen Mitglieder Vzlt Klaus LEITNER (LGrp Vorarlberg) und Ehrenmitglied Sektionschef i.R. Bgdr Dr. Richard BAYER wurde gebührend gedacht Sie werden immer in unserer Erinnerung weiterleben. Nach Grußworten durch Dr. BLÄTZINGER und einer berührenden Verabschiedung mit Geschenkübergabe durch Dr. LANDOLT an den scheidenden Präsidenten ObstA AssProf Dr. STRICKNER wurde durch die Landespräsidenten über die Situation in ihren respektiven Landesorganisationen berichtet. Die Frage der Mitgliedergewinnung und eine Anlehnung an die Organisationsstrukturen der Landesoffiziersgesellschaften zieht sich durch alle Berichte. Ebenso konnten alle Landesorganisationen von gelungenen Veranstaltungen im abgelaufenen Vereinsjahr berichten. Beispielhaft seien die gemeinsamen Unternehmungen mit der OG Salzburg im Pinzgau, der Sicherheitstag in Vorarlberg, die Teilnahme bei der Veranstaltung „Soldier oft the Year 2016“ in Innsbruck, aktives Auftreten bei der Milzübung in Hörsching sowie die Frühjahrstagung in Pertisau zu erwähnen.

Mit der Verleihung der „pro merito“ Medaille an Prim.iR ObstLtA Dr. PALLUA wurde dieser für seine Verdienste um die ÖGWMPh ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Präsident AssProf ObstAaD Dr. STRICKNER. Urkunde und Medaille gingen in Vertretung an den Landesvorsitzenden von Tirol AssProf ObstAaD Dr. MAURER, da der zu Ehrende leider plötzlich erkrankt war.

Danach gab Präsident ObstA AssProf Dr. STRICKNER in seinem Jahresbericht einen Rückblick über 15 Jahre Präsidentschaft in der ÖGWMPh. In diesem Rückblick zeichnete er ein Bild der Auswirkungen der diversen Reorganisationen und deren Auswirkungen auf das Heeressanitätswesen und lobte dann viele seiner Weggefährten von denen hier nur einige als pars pro toto erwähnt werden: ObstltA Dr. EISENMENGER und die Vorsitzenden der Landesorganisationen für ihre Tätigkeit und Verbinderfunktion zu den Landesorganisationen der Offiziersgesellschaft; ObstA Prof. Dr. HARBICH und ObstA Prim. Dr. BULWAS für ihre Unterstützung im Vorstand der ÖGWMPh. Danach erging sein Dank an Oberfeldarzt a.D Dr. Brigitte REISCH und ihren Ehemann Oberst i.G. REISCH für ihren Unterstützung ab der ersten Stunde um die engen Kontakte zur Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie aufbauen zu können, als Folge dessen bedankte er sich bei OFA Dr. HACKBARTH, der nun der engste Verbindungsoffizier zur Deutschen Gesellschaft sei. Ebenso galt sein Dank dem Präsidenten der SGOS Dr. Landolt für seine Treue und für das exquisite Abschiedsgeschenk. Neben dem Aufbau guter Kontakte zu beiden Schwestergesellschaften war sicher die Einrichtung der Doppelmitgliedschaften zu beiden Verbänden, zur Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie und zur Schweizer Gesellschaft der Offiziere im Sanitätsdienst eine Erfolgsgeschichte seiner Präsidentschaft. Diese Doppelmitgliedschaft bedeutet für das jeweilige Gesellschaftsmitglied, daß es auf Antragstellung bei der schweizerischen und deutschen Schwestergesellschaft Mitglied werden kann, dort vollwertiges Mitglied ist und nur seinen österreichischen Mitgliedsbeitrag zahlen muß. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt für unsere deutschen und schweizerischen Kameraden. Zum Schluß äußerte er als scheidender Präsident den Wunsch, die Mitgliedsbeiträge in der neuen Geschäftführungsperiode zu erhöhen, da diese seit 2007 gleich geblieben seien. Mit Glückwünschen an die neuzuwählende Vereinsführung beendete ObstA AssProf Dr. STRICKNER seinen Bericht.

Der Bericht des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer ergaben und bestätigten eine gewissenhafte finanzielle Gebarung, daraufhin wurde der Schatzmeister und der Vorstand einstimmig entlastet.

Anschließend wurde der Wahlvorschlag für den neuen Vorstand und erweiterten Vorstand präsentiert, es stand folgender Vorschlag des alten Vorstandes zur Debatte: Präsident ObstA PD Dr. Klaus Stephan WOLFF – Kdt SanZ O und ärztlicher Leiter SanA/SanZ O, Vizepräsident ObstA aD AssProf Dr. Herbert MAURER, Vizepräsident ObstA Prof. Dr. Harald HARBICH – Ltr MilGesW/KdoLog, ObstA Dr. Manfred HAPPAK, Schatzmeister ObstltA Dr. Christoph PÖTTINGER, Schriftführer Vzlt Josef OFFENEGGER MSc, Rechnungsprüfer Obst DI Sigmund URAY und ObstltA Dr. Joachim SCHLIEBER. Nach kurzer Vorstellung der Kandidaten wurde Bgdr MR Dr. STEINER als Wahlleiter festgelegt, und nach einstimmiger Festlegung auf eine offene Wahl durch Handzeichen wurde der neue Vorstand nach Zustimmung der Jahreshauptversammlung en bloc einstimmig gewählt. Der neugewählte Vorstand nahm unisono die Wahl an.

In seinem Eingangsstatement bedankte sich der neue Präsident ObstA PD Dr. WOLFF für das dem neuen Vorstand gegenüber erbrachte Vertrauen und bestätigte seine Absicht mit den Schwestergesellschaften weiterhin so eng kooperieren zu wollen. Für die ÖGWMPh möchte er diese vermehrt in Richtung Fachgesellschaft für Militärmedizin rücken, idealerweise sollten die Jahrestagungen zu einem oder maximal zwei Themen schwerpunktmäßig Stellung nehmen. Zu diesen Themen sollten dann die entsprechenden Vorträge auf der Homepage oder gleich- und höherwertigen Medien den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Die Erarbeitungen von offiziellen Positionspapieren der ÖGWMPh zu militärmedizinisch relevanten Themen soll durch Arbeitsgruppen erfolgen, diese sollen dann auch im Dienstbetrieb für alle Soldaten des Sanitätsdienstes abrufbar sein. Ein weiteres Ziel ist es über die internationale Föderation der Milizoffiiere den Miliz- und Berufssanitätssoldaten internationalen Erfahrungsaustausch in Form von Wettbewerben, Visitationen und Truppenausbildungen zu ermöglichen, wobei hier allerdings noch vieles im Vorfeld zu klären sei, darunter unter anderem auch die Organisation und Finanzierung solcher Vorhaben.

Danach wurde unter der neuen Vorsitzführung über folgende eingelangte Anträge debatiert und abgestimmt:

  1. Statutenänderung über die Zusammensetzung des Präsidiums, über die Zusammensetzung des Bundesvorstandes und über eine Regelung bei Vertretung des Bundesvorstandes: Hier erfolgte nach Darlegung durch den Präsidenten mehrheitlich eine Anpassung an die realen Gegebenheiten, neu ist die Festlegung, daß es im Präsidium mindestens zwei Vizepräsidenten geben muß, es können aber auch mehr bestimmt werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

  2. Antrag auf Verleihung der Ehrenpräsidentschaft des Bundesvorstandes an ObstA AssProf Dr. STRICKNER: Nach Bergründung durch den Einbringer wurde der Antrag einstimmig angenommen.

  3. Antrag auf Bestimmung und Entsendung eines weisungsungebundenen Vertreters der ÖGWMPh zu den Gremien des BMLVS, die mit der Umsetzung des Evaluierungsergebnisses/Sanitätskonzeption/öBH befaßt sind: Einbringer OMR Bgdr Dr. Eugen GALLENT. Nach Begründung und Diskussion wird emer. o.Univ.Prof Dr. Michael KUNZE, der vom Herrn Bundesminister bereits als externer Berater für Sachen des Sanitätswesens in der Vorwoche lanciert wurde, als zu entsendendes Mitglied der ÖGWMPh nominiert. Der Antrag wurde einstimmig genehmigt und die Nominierung von emer. o. Univ.Prof. Dr. KUNZE auch angenommen.

  4. Antrag auf Wahl ObstA Dr. HAPPAK zum dritten Vizepräsidenten nach den geänderten neuen Statuten: Einbringer ObstA PD Dr. WOLFF. Antrag wird nach Begründung durch den Einbringer einstimmig angenommen.

Das handschriftliche Protokoll sowie die schriftlichen Anträge liegen im Original im Sekretariat auf.

Am Begrüßungsabend hielt Univ.Prof Dr. BERGHOLD einen danach für viele Gespräche anregenden Leitvortrag mit dem Thema „Alpin- und Höhenmedizin“. Der darauffolgende Begrüßungsabend verlief sehr harmonisch und gediegen.

Die Jahrestagung mit dem oben genannten Motto fand am 1. und 2. April 2017 statt. Die Tagung wurde in theoretische Blöcke und praktische Übungen unterteilt.Für diejenigen Mitglieder, die nicht an den prakischen Übungen in den Kitzbühler Alpen teilnehmen wollten, wurde ein Ersatzprogramm mit Besichtigung des Nationalparkmuseums „Hohe Tauern“ in Mittersill und Vorträgen zu den Themata Aktuelles in der Unfallchirurgie, der Johanniter-Malteserorden im Ersten Weltkrieg und zur militärhistorischen Entwicklung der Alpin-und Höhenmedizin geboten. Dem wunderschönen Wetter gezollt wurden die Vorträge als Frühstücksvorträge und am späten Nachmittag und Abend abgehalten, da sonst die Schneebedingungen für die Übungen zu matschig gewesen wären.

Folgende Vorträge wurden gehalten und werden bei Einlangen der Zustimmung der Vortragenden separat auf die Homepage www.wehrmedpharm.at hochgeladen.

  • Auswirkungen der Höhe auf den Soldaten im Winterkampf - OFA d. Res. Dr. Michael BRAUN, Klinikum TRAUNSTEIN

  • Auswirkungen der Kälte auf den Soldaten im Winterkampf - ObstA Dr. Martin BERGER, Ztr. f. Höhenmedizin, SanZ W

  • Auswirkungen der Strahlung auf den Soldaten im Winterkampf - ObstA Prim. Dr. Gerhard MOOSEDER, Derm. Abt, SanZ O

  • Vorbereitende Maßnahmen/Bergung von verletzten Hochleistungssportlern im Gebirge – Erfahrungen vom Hahnenkammrennen 2017 - OA Dr. Thomas GRIßMANN, Rennarzt SK KITZBÜHEL, KH KUFSTEIN und Chir. Abt/SanZ O

  • Vorbereitende Maßnahmen/Bergung von verletzten Soldaten im Gebirge – Das System des Heereshochalpinisten - Gebirgskampfzentrum SAALFELDEN

Unter den Vorträgen, die nicht unter das Tagungsthema vielen, befanden sich höchst interessante und innovative Beiträge. Ein themenverwandtes und dennoch besonderes Thema war der Vortrag „ Besteigung des MANASLU ohne Sauerstoff“ von Markus AMON, einem pinzgauer Bergführer, der am Tag nach seinem 90 minütigen, packenden und augenöffnenden Vortrag über das kommerzielle und private Extrembergsteigen bei unserer JHV wieder in den HIMALAYA aufbrach um den Mount Everest zu besteigen.

  • Schuß- und Stichverletzungen des Urogenitaltraktes - Erfahrungen aus Südafrika - Dr. Clemens WIESINGER, Klinikum WELS – GRIEßKIRCHEN

  • Übungserfahrung aus KAMERUN März 2017 – Vorstellung eines Anästhesiegerätes in Erprobung - MjrA OA Dr. Christian CIOCHIRCA, KH HIETZING

Der Jahrestagung war traditionell eine Industrieausstellung angeschlossen, bei der einsatzrelevante Medizingeräte und Medizinprodukte als auch AVRs und soAVRs präsentiert wurden.

Aussteller waren die Firmen:

Chemomedica GmbH

Gerot-Lannach Pharma GmbH

Lohmann&Rauscher GmbH

BEMER – Partner

BMW

 

 

Den Ausstellern und Sponsoren wird für ihre Treue und Unterstützung seitens des Vorstandes recht herzlich gedankt.