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Die Schweizer Neutralität als Vorbild

Foto: Schweizer Armee

PRESSESPIEGEL, Neue Zürcher Zeitung, 10.8.2020

Kommentar

Es war einmal..

Neutralität nach Schweizer Vorbild – das Angebot und Versprechen Österreichs gegenüber den Besatzern seinerzeit, vor allem dem wieder erstarkten Russland gegenüber. Der Staatsvertrag 1955 und damit unsere wiedergewonnene Freiheit als souveräner Staat Österreich II war damit gesichert. Einige Jahre später in den 70er Jahren das Wehrdienstmodell – aus einem politischen aber guten Kompromiss geboren – 6+2, nach 6 Monaten Wehrdienst die Verfügbarkeit des übungspflichtigen Soldaten mit ebenso laufend ausgebildeten Kaderanteil auf 8-10 Jahre. Somit auch ausreichend Befüller (bis zu 70 % bei Kontingenten) für UN und andere Missionen mit Milizsoldaten die militärisches und „ziviles“ Wissen und know how einbrachten. Landesverteidungsplan, ULV „Spanocci-Doktrin,“ Raumverteidigung, Igeltaktik. Verwendung des übungspflichtigen aber auch im Einsatzfalle: Soldaten in dessen gewohnten heimatlichen Bereich, war da mal was? Die Schweiz diente dabei Jahre als Vorbild, sogar die Dienstgrade wurden den Generalsrängen „angepaßt:“ da gab es den Korpskommandanten – vergessen? Schleichend die „Rückabwicklung:“ die Abkehr mit dem „Aussetzen“ der Milzübungen 2006 (= abschaffen), ungeniertes schielen mit einer (sprich: vollen) NATO Mitgliedschaft fast zeitgleich die Abschaffung der Wehrpflicht und damit ein Berufsheer. Wobei für „wendige Politiker und eine flexible Generalität“ die Rechnung dabei (leider wieder)  NICHT aufging: KEIN GELD dafür vorhanden. Die Wehrform einer echten Miliz, sukzessive Reduktion des Aktivkader und Reduktion der Personalkosten (dzt. ca. 70 % des Wehretats) nach Schweizer Muster mit wenig Berufskader als Vorbild anzupeilen wäre die Lösung gewesen in mehrfacher Hinsicht. Notwendig aber auch die laufende Anpassung/Erhöhung des Wehretats an das BIP, damit unsere Neutralität als Staat Österreich – die von Besserwissern „Bubis und Bobos“(O-Ton, Ex GenStbChef Entacher, Tiroler Tageszeitung) durch die Hintertür schnöde als „obsolet und emotionsbehaftet“ nicht mehr zeitgemäß bezeichnet wird  - als WEHRHAFTE anerkannt und respektiert wird.

 

Es war einmal…