Schön war's in PERTISAU!

Bereits zum 16. Mal fand vom 28.04. bis 01.05.2017 in Pertisau am Achensee / Tirol das Wehrmedizinische Partnerschaftstreffen zwischen der Landesgruppe Tirol der Österreichischen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (ÖGWMP) und der Bereichsgruppe SÜD (ehemals Bayern) der DGWMP statt.

Oberstarzt a.D. Prof. Dr. Herbert Maurer und Oberstarzt a.D. Johann Foyse führten durch die Veranstaltung unter dem Tagungsthema: „Menschen auf der Flucht, gestern-heute-morgen?“

 

Bereits am Vorabend des ersten Sitzungstages konnten die beiden Vorsitzenden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen eines Begrüßungsabends des Landes TIROL willkommen heißen.

 

Die Tagung eröffnete am Samstag Vormittag die renommierte Expertin für internationale Beziehungen, Frau Dr. Karin Kneissl mit einem Festvortrag zum Thema „Die zersplitterte Welt - was von der Globalisierung bleibt." Schwerpunkt des Vortrags der rund 10 Jahre im Diplomatischen Dienst der Republik Österreich tätigen promovierten Juristin waren die Folgen einer Neu-Ausrichtung geostrategischer, politischer und wirtschaftlicher Einflüsse auf unsere Gesellschaft, die zu einer lebhaften Diskussion anregten.

 

Bevor der stv. Polizeidirektor Tirols, Hofrat Mag. Dr. Kohler die Herausforderungen der Tiroler Polizei im Lichte der aktuellen und künftigen Migrations- und Flüchtlingsbewegungen darstellte, trug der Militärkommandant Tirols, Generalmajor Mag. Herbert Bauer zur „sicherheitspolitischen Lage aus österreichischer Sicht“ vor.

 

Nach einem sehr berührenden Vortrag unter der Fragestellung „Menschen auf dem Weg - ins Ungewisse?“ durch den ÖRK Vizepräsidenten Tirols, Peter Mader, konnte Oberfeldarzt Dr. André Müllerschön, Leiter der Zahnarztgruppe am Sanitätsversorgungszentrum NEUBIBERG nach einem kurzen historischen Abriss  zu den europäischen Migrationsbewegungen und einigen theoretischen Hintergrundinformationen das interkulturelle Ausbildungskonzept der Bundeswehr vorstellen. Wie wichtig der Umgang mit fremden Kulturen ist, lässt sich nicht allein durch das Erlernen von Fremdsprachen zeigen, sondern durch frühzeitiges Verständnis für kulturell gewachsene Verhaltensweisen des betreuenden Sanitätspersonals insbesondere im Falle von Erkrankungen oder Verletzungen. Dies wurde an eingehenden Beispielen von Dr. Müllerschön exemplarisch aufgezeigt.

 

 

Der zweite Tag begann mit einem Wortgottesdienst und einem ehrenden Totengedenken durch den Militär-Diakon Hauptmann Richard Hörtnagl, der tätig als SanUO/RTA bei der Famb INNSBRUCK als Buslenker für Flüchtlingstransporte eingesetzt war. Aus seiner Sicht konnte er beredt und nachdenklich stimmend zugleich den schwierigen Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit in einem doch so begrenzten Aufgabenbereich praxisnah vor Augen führen.

 

 

Den Abschluss der Vorträge am 2. Sitzungstag bildete das hochengagierte Referat des stv. Kommandeurs des Sanitätslehrregiments in FELDKIRCHEN, OTL Andreas Walter. Der mit seinen Ausführungen zu den „Unterstützungsleistungen des SanLehrRgts im Rahmen der Flüchtlingshilfe“ im sogenannten „Warteraum Ostbayern“ die Zuhörer fesselte. Insbesondere die Leistungen bei Aufbau eines für 5000 Flüchtlinge konzipierten Feldlagers mit entsprechender Infrastruktur auf dem Gelände der Gäuboden-Kaserne  unter gleichzeitigem Fortführen des normalen Ausbildungsbetriebes haben alle Zuhörer mit Respekt zur Kenntnis genommen.

 

Interessante Details dieses Auftrags konnte der ehemalige Kommandeur des Sanitätslehrregiments, Oberfeldarzt Ulrich Speck, der als Tagungsteilnehmer anwesend war, aus medizinisch-sanitätsdienstlicher Sicht beitragen. „Tue Gutes und sprich` darüber“ hätte vielleicht eine Schlagzeile lauten können, wenn, ja wenn die Unterstützung durch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sanitätsdienst eine breitere Aufstellung erfahren hätte.

 

Mit einem historischen Rückblick auf knapp 33 Jahre andauernde Partnerschaft zwischen der Landesgruppe Tirol und der Bereichsgruppe SÜD unserer beiden Gesellschaften beendete ObstA a.D. Prof. Maurer den 2. Vortragstag, dem sich noch der Besuch eines privaten Militärmuseums in FIECHT anschloss. 

 

Mit einem kameradschaftlich geselligen Frühschoppen am 01. Mai endete das diesjährige Partnerschaftstreffen in Pertisau am Achensee. Nicht nur in Dankbarkeit für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung, sondern insbesondere unter dem Beifall aller Teilnehmer für die hochinteressanten politischen, militärischen und medizinisch-sanitätsdienstlichen Inhalte der Veranstaltung.

Ein Bericht von ObstA a.D. Johann Foyse

Die lokale Presse BEZIRKSBLATT Schwaz berichtete über die Partnerschaftstagung. 
Hier der Link zum Artikel. 

Fotos: Maurer, Heidenreich, Toaba